Unsere schwarzen Tees

Marion's Tee- Gewürz- Kräuter - Haus www.tee-wuppertal.de
Die Darjeeling-Ernte 2015 aus meiner Sicht

Allgemeines zur Darjeeling-Saison:

Eigentlich nichts neues, die seit vielen Jahren anhaltende Entwicklung setzt sich aus meiner Sicht weiter fort. Immer weniger Tee-Gärten zielen darauf (zumindest mit einem Teil ihrer Produktion) echte Spitzen-Tees zu produzieren. Gleichzeitig wird das Angebot von „des Kaisers neuen Kleidern“-Tees immer größer (damit meine ich Tees denen geschmackliche Eigenschaften zugeschrieben werden, die diese meiner Meinung nach nicht besitzen). In Deutschland wird der Darjeeling-Markt aus meiner Sicht so mit „Angebots“-Tees überschwemmt, dass ich manchmal auf der Suche nach wirklich(!) guten Darjeeling Tees die Flinte ins Korn werfen möchte.

Aber es kommt bzw. kam wieder mal alles anders.

Die diesjährige Darjeeling Ernte 2015:

Anfang April kaufte ich nach mehreren „gefühlten Herzinfarkten“ (ich leide in der Phase der first flush-Ernte wirklich, aber keine Angst, mein Herz schlägt (noch) wie eine Schweizer Uhr. Ich brauche und ich will diesen Stress, da werde ich erst richtig wach ;-)) meinen diesjährigen Spitzen-Darjeeling. Am 17. April hatte ich ihn im Laden. Ich war zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt enttäuscht und desillusioniert.

Enttäuscht => wo war der Duft, die Ahnung von Pfirsich, Mango, wo waren die floralen Töne…

Desillusioniert => Dachte ich zu Beginn der Ernte noch zur Not über den Preis „auf jeden Fall“ DEN Tee zu bekommen, musste ich zur Kenntnis nehmen: Das was ich suchte, schien es nicht zu geben!?

Der Verkauf beginnt. Anfang/Mitte Mai dann die erste „Überraschung“. Der in meiner Wahrnehmung eher schleppende Verkauf entpuppt sich als das genaue Gegenteil. Marion erschreckt mich geradezu mit der Mitteilung: „Die erste Kiste ist alle“. Das ist aus meiner Sicht unmöglich aber es ist wahr, die erste Kiste ist ausverkauft und ich habe nur noch einige wenige Kisten dieses Tees. Das reicht nicht. Hastig versuche ich nachzukaufen, es gelingt. Der Tee ist noch da. Kein anderer „Spinner“ wollte den Preis zahlen – Gott sei Dank. Ich kaufe die ganze Partie. Marion ist wie üblich skeptisch und erwartet ein finanzielles Zuschussgeschäft.

Jetzt, es ist mittlerweile Mitte August, ist bereits klar: Der Tee wird nicht bis zur neuen Ernte reichen. Warum das so ist? Ich war wohl mal wieder zu kritisch - wie üblich - und  so mache ich es mir und meinen Importeuren (wie jedes Jahr(?)) schwer(er).

Lesen Sie mal den Ausriss (s.u.), den ich dem Schreiben eines meiner Kunden entnommen habe.

 Dann geht es Schlag auf Schlag: Der Darjeeling „Teesta Valley“ ist dieses Jahr sogar noch einen Tick besser als im vergangenen Jahr und ich finde einen wunderschönen Jungpana. Und dann DIE Überraschung. Mit großem Vorbehalt und Skepsis warte ich auf die ersten Sikkim-Invoices (Invoice = Pflückung). Alle meine (bösen) Vorahnungen scheinen sich zunächst zu bestätigen: Die ersten Pflückungen sind nicht das was ich suche, für mich eher zu „flach“ und die Preise zu denen die Tees gehen – shocking! Dann die erste Überraschung ich finde doch noch DEN Anschluss Sikkim für mein Sortiment. Zufrieden denke ich, ich könnte mich wieder entspannen, eigentlich war das Darjeeling/Sikkim-Tee-Jahr ja doch „ganz gut“, aber wieder habe ich mich getäuscht.

„Sie wollten doch einen wirklichen Spitzen-Sikkim haben, so wie er früher einmal war?“ so einer meiner Importeure am Telefon. Und DAS nachdem ich bereits, wie ich glaube, DEN Sikkim gekauft hatte. Es ist nicht zu glauben, er hat einige wenige Kistchen von einem Sikkim von einer Qualität wie ich sie mindestens 10 Jahre nicht mehr gesehen habe… und ich kaufe ihn!!! Zum ersten Mal seit mindestens 10 Jahren werde ich wieder zwei Sikkim-Tees haben. Der Eine ist schon „super“, der Andere … wie wäre es mit einem kleinen, kostenlosen Muster? Lassen Sie doch statt meiner den Tee zu Ihnen sprechen!

Mir wurde jetzt langsam klar: Meine eher zurückhaltenden Erwartungen betreffend der diesjährigen Darjeeling-/Sikkim-Ernte zum Trotz, fanden sich inmitten unzähliger Tees der Kategorie „Des Kaisers neue Kleider“ wieder, immer noch, die wirklich großen Tees.

Solche Tees sind rar und haben ihren Preis, aber das Jahr 2015 wird mir als gutes Darjeeling- und Sikkim Jahr in Erinnerung bleiben, dass weiß ich jetzt schon und während ich das schreibe - Anruf: „Ich habe da einen second flush-Darjeeling muskatell“. Meine Gegenfrage: „Muskatell oder MUSKATELL?“ Antwort: „MUSKATELL!“ und dann, „Sie suchen so was doch immer. Ich habe da noch eine ganz kleine Partie Darjeeling, wunderbarer Tee, müssen Sie probieren!“

Ich bekomme in wenigen Tagen die Muster, ich bin gespannt!

Was heißt das für Sie? Muster, Muster, Muster. Probieren Sie mal den Jungpana und sehen Sie dann mal auf den Preis! Oder meinen Phuguri! Wo gibt es solch einen Muskatell-Darjeeling noch einmal?!